Projekte

Leipziger Innovation eröffnet

12.08.2016 (Leipzig) Straßenlaternen als Ladestation für E-Autos

Nachdem mit fast 160 öffentlich nutzbaren Ladepunkten im Stadtgebiet das Fundament zum Laden von Elektroautos in Leipzig gelegt wurde, haben Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Institutionen und der Leipziger Gruppe im Beisein von Oberbürgermeister Burkhard Jung vier LEDStraßenlaternen mit der Möglichkeit zum Laden von E-Autos in der Mozartstraße eröffnet. Die Laternen wurden von Leipziger Wissenschaftlern der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) und der Leipziger Gruppe entwickelt. Die Leipziger Gruppe überführte die technischen Komponenten in ein barrierefreies und intermodales Ladekonzept, welches sich in Laternen integrieren lässt. Finanziert wurde die Forschungskooperation im Rahmen des Programms "Schaufenster Elektromobilität" der Bundesregierung durch Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. "Wirtschaft und Forschung arbeiten in Leipzig zusammen, nicht nur in der Theorie, sondern auch ganz praktisch in Forschung und Anwendung. Solche Kooperationen gilt es zu entwickeln und auszubauen", so Oberbürgermeister Burkhard Jung.

Die Idee hinter dem Projekt ist relativ einfach: Während es auf dem Land oder bei Eigenheimen einfach ist sein Elektroauto zu laden, sollte sich die Ladeinfrastruktur in Städten nachhaltig ins Straßenbild integrieren. Die Vorteile des Laternenparkens liegen auf der Hand: Laternen sind bereits vorhanden und können einfach nachgerüstet werden. Falls die Leistung des vorhandenen Beleuchtungsnetzes ausreicht, müssen nicht einmal neue Stromleitungen verlegt werden. E-Autos können so über Nacht geladen werden.

Im Leipziger Musikviertel in der Mozartstraße wurden für das Projekt alle Herausforderungen gemeistert. Vier neue LED-Laternen beleuchten die Straße und sind mit je einer Ladestation ausgestattet. Das Laden ist genau so einfach wie an anderen Lademöglichkeiten im Stadtgebiet. Einfach mit der Ladekarte die Station freischalten, Auto und Station verkabeln und schon startet der Tankvorgang. Die Bedienung erfolgt über ein Touchpad.

Das Fraunhofer Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW, ehemals Fraunhofer MOEZ, begleitete das Projekt, ebenso wie die Universität Leipzig, aus sozio-ökonomischer Perspektive.

"Als Ökonomen von Fraunhofer fokussierten wir uns auf die Frage, wie aus einem technischen Potential eine Logik zu formulieren ist, so dass ein ökonomischer Wert - ein Geschäftsmodell - entsteht. Wir entwickelten diverse Wertschöpfungsszenarien im Bereich der Elektromobilität und analysierten die Leistungsbündel, welche Energiewirtschaft, Dienstleister und Großkonzerne aus der Automobilindustrie in Zukunft anbieten können. Die neuen Ladesäulen legen einen weiteren Grundstein für die Akzeptanz der Elektromobilität bei jetzigen und zukünftigen Nutzern. Wir beobachten weiterhin gespannt, welche der anvisierten Geschäftsmodelle sich zukünftig durchsetzen.", so Dr. Nizar Abdelkafi vom Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW.

Ziel des Projektes war die Entwicklung eines marktreifen Produktes. So soll die Leipziger Laterne in Zukunft weltweit vermarktet werden. Geplant ist, dass das mittelständische Traditionsunternehmen Leipziger Leuchten die Ladestation als Modell "Karsten" und die passende Laterne "Dieter" mit in ihr Angebot aufnimmt.