Projektstart zu Chancen und Risiken frugaler Innovation am Leipziger Fraunhofer-Zentrum

JProf. Dr. Tobias Dauth (Leiter der Gruppe Regionale Positionierung und Standortentwicklung, Fraunhofer IMW Leipzig), Prof. Dr. Cornelius Herstatt (Leiter des Instituts für Technologie- und Innovationsmanagement, Technische Universität Hamburg-Harburg), Eleonora Zagorska (Fraunhofer IMW Leipzig), Prof. Dr. Thorsten Posselt (Leiter des Fraunhofer IMW Leipzig), Yevheniya Kralyuk (Fraunhofer-Zentrum Leipzig), Dr. Rajnish Tiwari (Institut für Technologie- und Innovationsmanagement, Technische Universität Hamburg-Harburg) (v.l.n.r.).

JProf. Dr. Tobias Dauth (Leiter der Gruppe Regionale Positionierung und Standortentwicklung, Fraunhofer IMW Leipzig), Prof. Dr. Cornelius Herstatt (Leiter des Instituts für Technologie- und Innovationsmanagement, Technische Universität Hamburg-Harburg), Eleonora Zagorska (Fraunhofer IMW Leipzig), Prof. Dr. Thorsten Posselt (Leiter des Fraunhofer IMW Leipzig), Yevheniya Kralyuk (Fraunhofer IMW Leipzig), Dr. Rajnish Tiwari (Institut für Technologie- und Innovationsmanagement, Technische Universität Hamburg-Harburg) (v.l.n.r.).

Verbundprojekt "PotFrugInno" des Fraunhofer-Zentrums für Internationales Management und Wissensökonomie IMW und der Technischen Universität Hamburg-Harburg wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Der offizielle Startschuss des am 1. August beginnenden Projektes "Potenziale, Herausforderungen und gesellschaftliche Relevanz frugaler Innovationen im Kontext des globalen Innovationswettbewerbs" – kurz: PotFrugInno – fiel am Mittwoch, 5. August 2015 am Fraunhofer-Zentrum in Leipzig. Das Verbundprojekt zwischen dem Fraunhofer IMW und dem Institut für Technologie- und Innovationsmanagement (TIM) an der Technischen Universität Hamburg-Harburg wird über das Innovations- und Technikanalyse-Programm (ITA) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Auftakt-Sitzung diente dazu, über die Projektziele, die anstehenden Projektphasen und zu erwartenden Ergebnisse zu beraten.

Das Forschungsprojekt widmet sich sogenannten frugalen Innovationen. Das sind Produkte, die konsequent auf ihre Kernaufgabe und die von den Nutzern als unverzichtbar angesehenen Funktionen optimiert sind. Das macht einen günstigen Verkaufspreis und neue Zielgruppen möglich. Schwellenländer wie China und Indien etablieren sich als Leitmärkte für frugale Innovationen. Das rasante Wirtschaftswachstum in diesen Ländern hat das Entstehen einer neuen Mittelschicht begünstigt, die an bezahlbaren und einfachen Technologielösungen und Produkten interessiert ist. Sie setzt damit nicht nur im eigenen Land Wachstums- und Innovationsimpulse, sondern zunehmend auch in Industrieländern.

Die Forschungspartner untersuchen im Projekt die gesellschaftspolitische Relevanz frugaler Innovationen und ihre aktuelle und zukünftige Wirkungsräume im deutschen Forschungs- und Innovationssystem. Der Fokus liegt dabei auf Innovationspfaden, die das Entstehen dieser Art Innovationen besonders fördern. Am Beispiel der Automobilzulieferindustrie werden anhand einer Vergleichsstudie deutsche und indische Innovationspfade identifiziert und analysiert. Um eine Grundlage hierfür zu bilden, sind die sektoralen Innovationssysteme zu untersuchen. Deren Rahmenbedingungen und Anreizsysteme für die Entstehung der vorherrschenden Innovationspfade in Indien und Deutschland werden gezielt erforscht.

Im Laufe der Projektarbeit sollen erste Erkenntnisse über Potenziale und Risiken, die sich aus dem Modell frugaler Innovationen für Deutschland ergeben, gewonnen werden. Eine der Hauptfragen, wie sich Innovationspfade frugaler Innovationen – zurzeit noch vorwiegend aus Schwellenländern – von Innovationen aus Industrieländern unterscheiden, steht dabei im Zentrum des Forschungsvorhabens. Inländische Unternehmen sollen durch die Erkenntnisse aus dem Projekt in ihren Bemühungen, Technologien und Produkte für preissensible Kunden bedarfsgerecht zu entwickeln, unterstützt werden. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, den Standortvorteil Deutschland im internationalen Wettbewerb nachhaltig zu sichern.

Das sozio-ökonomisch ausgerichtete Fraunhofer IMW in Leipzig unterstützt Unternehmen, Forschungsorganisationen und politische Akteure dabei, Innovationsprozesse zu gestalten und sie international zu positionieren. Die Leipziger Fraunhofer-Experten leiten in den nächsten zwei Jahren die Forschungsarbeit aus der anwendungsorientierten wissenschaftlichen Perspektive heraus.

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