JUSTiCE – Auswirkungen der dezentralen Blockchain-Technologie auf die Sharing Economy

Motivation

Seit über 20 Jahren verändern die Digitalisierung und die Einführung neuer Technologien das Leben der Menschen grundlegend. Zunehmend ist zu beobachten, dass Angebote der »Sharing Economy« (kollaborative Wirtschaft) von Verbrauchern genutzt werden. Das traditionelle Verhältnis von Unternehmen und Konsumenten löst sich auf. Stetig entstehen neue Verhaltensformen und proaktive Konsumenten-Typen. Dabei handelt es sich mitnichten um kurzzeitige Phänomene oder Trends. Vielmehr dreht es sich um eine dynamisch-disruptive Transformation etablierter Wirtschafts- und Unternehmensformen, deren Veränderungspotentiale auf die Gesellschaft als Ganzes ausstrahlen. Während unterschiedlichste Erscheinungsformen des Web 2.0 längst eine kritische Masse erreicht haben und sich bei gleichzeitiger Verdrängung bestehender Marktteilnehmer etablieren, hat mit der Einführung der »Blockchain«-Technologie als Schlüsselinfrastruktur im Jahr 2009 eine weitere Entwicklungsstufe hin zum Web 3.0 begonnen. Sie nimmt nicht allein Einfluss auf den Warenaustausch, sondern bricht mit bekannten wie gerade erst geschaffenen Regeln, Modellen und Gegebenheiten, indem sie die dahinterstehende Infrastruktur (Netzwerke, Plattformen, etc.) überflüssig werden lässt. Die Blockchain-Technologie hat das Potential, viele Wirtschaftsbereiche und institutionelle Organisationsformen zu dezentralisieren und zudem den Einfluss von Konsumenten auf die Mechanismen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Interaktion maßgeblich zu erhöhen. Auf besonderes Interesse stoßen Blockchain-Systeme im Bereich der Sharing Economy, indem sie auf der Basisidee der Peer-to-Peer-Interaktion aufsetzen. Verbraucherinnen und Verbraucher ermöglichen sie neue Teilhabemöglichkeiten an der Wertschöpfung und schaffen zugleich neue gesellschaftliche Werte (Kulturwandel).

 

Projektziele

Ziel des Projekts JUSTiCE ist es, sich entwickelnde Wertschöpfungsketten und Erscheinungsformen des neuartigen Blockchain-Ansatzes zu identifizieren, klassifizieren und die Digitalisierungsmechanismen zu untersuchen. Die Änderungen innerhalb der Produkt- und Dienstleistungswelt und im Verhältnis zwischen Verbrauchern und Unternehmen durch die Transformation der Wertschöpfungsketten mittels Einsatzes von Blockchain-Technologie werden erforscht. Ein Bestandteil des Projekts ist die Analyse der verbraucherpolitischen Konsequenzen und Herausforderungen durch den Einsatz der Blockchain-Technologie. Das Projekt leistet einen Mehrwert hinsichtlich der Rahmenmöglichkeiten und Regulationserfordernissen für die Etablierung von »Smart Contracts« (automatisierte Ausführung von Verträgen) im nationalen und europäischen Rechtsraum. Im Projekt erarbeitete juristisch-interdisziplinäre Gutachten bilden die besonderen Anforderungen an das Verbraucherrecht und Gestaltungsformen des Einsatzes der Blockchain-Technologie im genannten Rechtsraum.

JUSTiCE adressiert dabei die in der Wissenschaft geforderte Schnittstelle sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen anwendungsorientierten Wirtschaftsinformatikern, Juristen und Sozioökonomen, um die derzeit in Wissenschaft und Wirtschaft nur skizzenhaft dargestellten Chancen, Risiken sowie rechtlichen und technischen Gestaltungsräume zu detaillieren und Handlungsempfehlungen für Forschung, Wirtschaft, Interessenverbände und Politik zu etablieren. Weiterführende Informationen zum Projekt und Projektteam finden Sie unter https://justice.wifa.uni-leipzig.de/.

 

Kunde / Auftraggeber: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Projektpartner: Universität Leipzig - Institut für Wirtschaftsinformatik, Universität Leipzig - Juristenfakultät

Assoziierte Partner: Spirit Legal LLP, AHP GmbH & Co. KG

Projektlaufzeit: 1.4.2018-31.5.2019

Weitere Informationen

Projektwebsite JUSTiCE

Projektblatt JUSTiCE

Research Day 2019

JUSTiCE: Auswirkungen der Blockchain-Technologie auf die Sharing Economy