Typha Bulgarien: Prüfung eines Dämmstoffs aus nachwachsenden Rohstoffen zur Sanierung von Mehrfamilienhäusern mit Kleineigentümerstruktur in Bulgarien

Hintergrund

Der Anteil des Geschosswohnungsbestands an der Gesamtwohnfläche ist in Bulgarien sehr hoch. Der sehr hohe Anteil an Wohneigentum erschwert aufgrund der oftmals fehlenden Einigkeit vieler Parteien, die dringend gebotene thermische Sanierung. Die übliche Außendämmung kommt deshalb nur schwerlich zustande. Eine geeignete Alternative ist die Innendämmung. Sie ist unabhängig von der Konsensbereitschaft der Eigentümergemeinschaft in den einzelnen Wohneinheiten anzubringen.

Projektziele

Ziel des Vorhabens ist die wirtschaftlich dezentrale Produktion eines innovativen, nachhaltigen Baustoffs zur thermischen Sanierung aus regional verfügbaren, nachwachsenden Rohstoffen zu prüfen. Der sogenannte Rohrkolben (lat.: Typha) besitzt diese erforderlichen Eigenschaften, um als Dämmmaterial zum Einsatz zu kommen. Es soll eine wissenschaftlich basierte Aussage darüber getroffen werden, inwiefern die naturräumlichen Voraussetzungen für die Typha-Pflanze in ausreichendem Maße in Bulgarien vorhanden sind. Zudem soll die Eignung des vom deutschen Unternehmen typha technik entwickelten „Typhaboard“ für Innendämmmaßnahmen im Mehrparteien-Wohnungsbau in Bulgarien untersucht werden. Die wasserdampfdurchlässigen Platten werden als Dämmstoff bereits im Langzeittest erprobt.

Leistungen

Das Leipziger Fraunhofer-Zentrum analysiert die projektrelevanten sozioökonomischen Rahmenbedingungen auf Bezirksebene (Oblast). Daraus sind zentrale Aussagen abzuleiten und Antworten auf die offenen Fragen zu finden, ob eine dezentrale Herstellung in bestimmten Regionen wirtschaftlich sinnvoll ist und eine lokale Baustoffabnahme zu erwarten wäre. Die Leipziger Fraunhofer-Experten sind federführend bei der Identifizierung und zielgruppenspezifischen Ansprache der potentiellen Abnehmer der Typha-Pflanze für die spätere stoffliche Nutzung im Baubereich. Sie untersuchen die Nutzerakzeptanz des "Typhaboard".

Förderhinweis: Gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Projektpartner:

  • typha technik Naturbaustoffe
  • Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP
  • SIENIT Ltd.
  • Hochschule für Bauingenieurwesen und Architektur Sofia VSU