»Im Osten geht die Sonne auf!«

Energieräumliches Konzept für den Leipziger Osten

Laufzeit: 6/2009 bis 6/2010

Wie lässt sich der Energieverbrauch einer Stadt deutlich senken? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Wettbewerbs »Energieeffiziente Stadt« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Eine überzeugende Antwort liefert das Projekt »Im Osten geht die Sonne auf! Energie-räumliches Konzept für den Leipziger Osten«. Federführend war dabei Diplom-Ingenieur Christian Strauß vom Fraunhofer MOEZ. Seine Projektskizze wählte die BMBF-Jury aus insgesamt 72 Vorschlägen aus. Wie 14 andere Initiativgruppen aus ganz Deutschland auch haben Strauß und seine Mitstreiter nun bis Mai 2010 Zeit, ihre Ideen zu konkretisieren. Diese Weiterentwicklungsphase unterstützt das BMBF mit 200.000 Euro. Voraussetzung für diese Förderung war die im März 2009 gegebene Zustimmung des Leipziger Stadtrates. Dem Projektkonsortium gehören neben dem MOEZ das Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig, das Institut für Angewandte Informatik e.V. (InfAI) sowie das Institut für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft (ISB) der Universität Leipzig an.

Modellprojekt für Deutschland

Langfristiges Ziel des Projekts ist es, den Energieverbrauch im Leipziger Osten zu verringern. Anders gesagt: »Wir wollen eine nachhaltige Entwicklung, wir wollen Umweltschutz. Und nicht zuletzt wollen wir, dass die Menschen Geld sparen können«, sagt Strauß. Um dies zu erreichen, setzt Strauß auf zwei verschiedene Strategieformen. Zum einen soll bei der öffentlichen Hand angesetzt werden: Sie ist für die räumliche Gesamtplanung verantwortlich – diese muss in diesem Zusammenhang noch stärker als bisher Möglichkeiten für Energieeinsparungen aufzeigen. Zum anderen sollen die Mieter und Vermieter sowie Infrastrukturträger im Leipziger Osten aktiv einbezogen werden, etwa wenn es um die Anpassung ihres Wohnraum-Bestandes geht. Nach Ansicht von Strauß ist zuvor eine Analyse der beteiligten Institutionen und ihrer Handlungsmuster aus politikwissenschaftlicher und ökonomischer Sichtweise unerlässlich.

Um das Modellprojekt vor Ort bekannt zu machen und möglichst viele Interessierte zu erreichen, setzt man auf bestehende Strukturen. So sind, auch durch den Stadtumbauprozess, schon Netzwerke vorhanden, etwa das Quartiersmanagement in der Eisenbahnstraße. In der aktuellen Phase sind weitere Ideen und Konzepte gefragt, die bei der konkreten Umsetzung helfen. Dabei sollen etwa die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH und die Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH einbezogen werden.

Zu Beginn des Projekts verschaffen sich Strauß und seine Mitstreiter einen Überblick über die Situation vor Ort. Dabei untersuchen sie beispielsweise einzelne Häuser und Wohnanlagen – auch aus diesem Grund ist die Zusammenarbeit mit den Vermietern und Verbrauchern so wichtig.

Gefragt ist nun ein  Umsetzungsplan, der modellhaft übertragbare, zukunftsfähige Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung städtischer Ballungszentren bietet und hilft, deutliche Energieeinsparungen zu erzielen. Sollte das Leipziger Konzept die BMBF-Juroren überzeugen, so würde die tatsächliche Realisierung von  »Im Osten geht die Sonne auf!« ab Mitte 2010 auf drei bis fünf Jahre mit einer  Fördersumme von rund 1 Mio. Euro unterstützt werden.

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