Akademisches Unternehmertum

Akademisches Unternehmertum in den Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland und Polen

Projektlaufzeit: 07/2013 bis 06/2014

Fördergeber: Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung (DPWS)

Eine lebendige Kultur des akademischen Unternehmertums ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren hinsichtlich der Anwendung akademischen Wissens in der wirtschaftlichen Praxis bzw. der Verwertung von Forschungsergebnissen aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen. Gerade die wissensbasierten Gründungen (Start-ups) und Ausgründungen (Spin-offs) aus dem akademischen Bereich können der Wirtschaft und Gesellschaft wichtige Impulse geben.

In diesem Zusammenhang ist jedoch eine Forschungslücke in der Untersuchung des Gründungsgeschehens innerhalb einzelner Wissenschaftsdisziplinen zu beobachten. Während die Natur-, Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften die mit Abstand meisten Forschungsprojekte zur Gründungsneigung und -förderung verzeichnen, sind diese Aspekte  im Hinblick auf die Geistes- und Sozialwissenschaften noch vergleichsweise wenig untersucht worden.

Mit wachsender Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie einer sich parallel abzeichnenden Entwicklung der Entmaterialisierung wirtschaftlicher Aktivitäten, also dem unaufhaltsamen Aufstieg der Wissensökonomie, werden zukünftig jedoch gerade auch unternehmerische Initiativen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften eine immer bedeutendere Rolle spielen. So generieren auch diese, ähnlich wie die technologieorientieren, wissensbasierten Bereiche zunehmend leistungsfähige und anspruchsvolle Unternehmen.

Vor diesem komplexen Spannungsfeld widmet sich das vom Fraunhofer MOEZ initiierte Projekt "Akademisches Unternehmertum in den Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland und Polen" einer vergleichenden Analyse der Gründer- und Förderkultur in den Geistes- und Sozialwissenschaften, wobei unter anderem folgende zentrale Forschungsfragen genauer untersucht werden sollen:

  • Typologie und Erfahrungen der Gründungen: Welche Formen von geistes- und sozialwissenschaftlichen Gründungen gibt es und welche Gründungserfahrungen vor/während/nach der Gründung lassen sich, bezogen auf Gründungen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, ausmachen?
  • Treiber und Hemmnisse: Welche Faktoren fördern bzw. behindern das Gründungsgeschehen in den Geistes- und Sozialwissenschaften und wie bzw. von wem wird die Entwicklung von geistes- und sozialwissenschaftlichen Gründungen extern gefördert?
  • Deutsch-polnischer Kontext: Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede lassen sich im deutsch-polnischen Kontext im Gründungsgeschehen beobachten und was können Deutsche und Polen in diesem Zusammenhang voneinander lernen? 

Die zur Beantwortung dieser Forschungsfragen notwendigen Informationen sollen nicht nur der bisher vorliegenden Forschungsliteratur entnommen, sondern auch anhand von Interviews mit ausgewählten Gründern, Multiplikatoren und Förderern gewonnen werden. Die Projektergebnisse werden mit deutsch-polnischen Experten diskutiert, in einer deutsch-polnischen Publikation zusammengefasst sowie der Öffentlichkeit in beiden Ländern vorgestellt. Das Projekt wird in Partnerschaft mit der Universität Wroclaw (Polen) durchgeführt und von der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung (DPWS) gefördert.