Indischer Energieminister informierte sich bei Leipziger Stadtwerken und Fraunhofer IMW über Elektromobilität und Ladeinfrastruktur in Leipzig

Indischer Energieminister informierte sich bei Leipziger Stadtwerken und Fraunhofer IMW über Elektromobilität und Ladeinfrastruktur in Leipzig

Am 31. Mai 2017 besuchte eine Delegation um den indischen Energieminister Piyush Goyal (M.) die Stadt Leipzig.
© Foto Fraunhofer IMW
Piyush Goyal (2.v.r.) informierte sich unter anderem über Elektromobilität in Leipzig und die Arbeit des Fraunhofer IMW, die Professor Thorsten Posselt (r.) vorstellte.
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Experten des Fraunhofer IMW informierten die indischen Delegation das Projekt "Schaufenster Elektromobilität", das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wurde.

Im Anschluss an die 4. Deutsch-Indischen Regierungskonsultationen vom 30. Mai 2017 besuchte Piyush Goyal, indischer Staatsminister für Energie, Kohle, neue und erneuerbare Energien, die Stadt Leipzig. Am 31. Mai 2017 besichtigte er die Leipziger Gruppe und führte Gespräche mit Dr. Norbert Menke, Sprecher der Geschäftsführung und Professor Thorsten Posselt, Institutsleiter des Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW.

Der Energieminister der indischen Regierung informierte sich bei den Experten der Leipziger Stadtwerke und Verkehrsbetriebe und dem Fraunhofer IMW zu aktuellen Fragen und Entwicklungen der Elektromobilität in Deutschland und Leipzig. Im Mittelpunkt des Interesses stand ganz konkret die Ladeinfrastruktur für E-Mobile in der Stadt Leipzig. Die Leipziger Gruppe, das Leipziger Fraunhofer-Institut und der indische Energieminister streben eine vertiefte Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Mobilität und Energie- und Klimapolitik an. Forscherteams vom Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI aus Dresden und Fraunhofer IMW aus Leipzig trugen aktuelle Erkenntnisse ihrer Forschungen zu Elektromobilität, frugaler Innovation und Energieversorgung im Bereich Netzstabilität und erneuerbaren Energien vor.

Staatsminister Goyal besichtigte verschiedene Ladesäulen der fast 160 öffentlich nutzbaren Ladepunkte im Stadtgebiet – darunter die Schnellladestation am Hauptbahnhof. Diese bilden das Fundament zum Laden von Elektroautos in Leipzig. Der Energieminister in der Regierung von Indiens Premierminister Modi überzeugte sich bei einem kurzen Stopp auf dem Weg zur Besichtigung der Elektromobil-Produktion im BMW-Werk in der Leipziger Mozartstraße von der Funktionalität der LED-Straßenlaternen zum Laden von E-Autos.

Piyush Goyal ließ sich erläutern, wie einfach mit der Ladekarte die Station freizuschalten, das Auto und die Station zu verbinden sind, um den Ladevorgang zu starten. Neben der Funktionalität standen Fragen nach den Kosten und der Umsetzung des Ausbaus der Ladeinfrastruktur im Vordergrund. Sein Hauptanliegen ist die Übertragbarkeit und der Transfer auf den indischen Subkontinent.

Die in Straßenlaternen integrierte Ladeinfrastruktur wurden von Wissenschaftlern der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) und der Leipziger Gruppe im Rahmen des Programms "Schaufenster Elektromobilität" der Bundesregierung durch Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) entwickelt. Das Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW, ehemals Fraunhofer MOEZ, begleitete das Projekt ebenso wie die Universität Leipzig, aus sozio-ökonomischer Perspektive. Ziel des Projektes war es ein marktreifes Produkt zu entwickeln, das weltweit vermarktet werden kann.

Minister Goyal zeigte sich von der Idee des Projektes Laternenparken begeistert, da auf der Grundlage bereits vorhandener Laternen aufgebaut werden kann. E-Mobile können dort einfach über Nacht geladen werden. Ein Prinzip, das in seiner bestechenden Einfachheit auf Indien zu übertragen ist und ebenfalls sinnstiftend wirkt. Auf Grundlage der bestehenden Formen der Zusammenarbeit bekräftigten Dr. Menke und Professor Posselt ihre Unterstützung und ihr Interesse an der vertieften Zusammenarbeit mit der indischen Regierung in den Bereichen E-Mobilität, Klimaschutz und erneuerbare Energien. Alle drei Vertreter sehen die Notwendigkeit der wissenschaftlichen, soziotechnologischen und ökonomischen Begleitung weiterer Schritte in der E-Mobilität durch die Fraunhofer-Gesellschaft mittels Wissens- und Technologietransfer.