Gruppe Innovationsakzeptanz

Report: Heritage Management Thailand - Forschende des Fraunhofer IMW veröffentlichen Bericht im Rahmen des Projekts URGENT 2.0

News | Leipzig / 15. September 2020

Seit über 10 Jahren forscht das Fraunhofer IMW zu sozioökonomischen Fragestellungen im Bereich Kulturerbe. Kürzlich weitete das Institut die Forschungsaktivitäten hierzu nach Südostasien aus. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts URGENT 2.0, an dem das Fraunhofer IMW sowie das Fraunhofer IEE und die School of Public Policy der Universität Chiang Mai beteiligt sind, veröffentlichte das Projektteam der Gruppe Innovationsakzeptanz des Fraunhofer IMW einen Bericht über das Kulturerbe-Management in Thailand.

Projekte wie URGENT streben den Transfer von Wissen und Technologie zum Erhalt und zur Nutzung von Kulturerbe mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung an. Eine solche Arbeit setzt das Verständnis von historischen und kulturellen Gegebenheiten eines Ortes voraus. Der Bericht setzt die Grundlage hierfür, indem er die Bedeutung des Kulturerbes und die Herangehensweisen an dessen Management in Thailand beleuchtet.

Im Vergleich zu vielen anderen Ländern kann Thailand auf eine lange Geschichte der Verwaltung und Erhaltung des Kulturerbes zurückblicken. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm der Staat die Verantwortung für den Schutz des Kulturerbes. Trotz der Dominanz der nationalen Regierungsbehörden beim Kulturerbe-Management hat die Beteiligung von gesellschaftlichen Akteuren in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Eine der etabliertesten Nichtregierungsorganisationen ist die Siam Society, die einige bestehende Ansätze im bestehenden Kulturerbe-Management in Thailand kritisch sieht, darunter das Fehlen eines politischen Rahmens zur Steuerung der Aktivitäten und ein zu zentralisierter Ansatz, der die lokale Vielfalt ignoriert. Aber Thailand bietet auch hervorragende Beispiele für den Umgang mit Kulturerbe, das von der erfolgreichen Einbeziehung der lokalen Gemeinschaft wie im Fall der Stadt Lopburi bis zur Erhaltung des immateriellen Erbes wie im Fall des Schattenpuppenspiels in Wat Khanon reichen.

Die verschiedenen Dimensionen des Kulturerbe-Managements werden im englischsprachigen Bericht näher erläutert. Die Autorinnen und Autoren sind Dr. Christine Richter, Jakob Busse von Colbe, Henrik Beermann und Urban Kaiser.