MobDi – Mobile Desinfektionsroboter für Kliniken, Gebäude und Verkehrsmittel

Motivation

Für die Bewältigung der Corona-Krise und das zu erwartende »New Normal« ist es essentiell, die Ansteckungsgefahr durch infizierte Personen zu minimieren. Kontaktinfektionen, verursacht durch die Berührung kontaminierter Oberflächen, stellen dabei einen relevanten Übertragungsweg dar. Gängige Praxis ist derzeit die Wischdesinfektion dieser Oberflächen durch Reinigungsfachkräfte. Dabei ist eine zuverlässige und dokumentierbare Desinfektion jedoch oft nicht möglich. Reinigungs- oder Desinfektionsmittel werden häufig im Übermaß aufgetragen, ohne eine Rückmeldung über die Desinfektionsleistung zu erhalten. Zudem werden Oberflächen durch die Desinfektionsmittel oft geschädigt oder durch die entstehenden Dämpfe Menschen gefährdet.

Neben der Desinfektion von Oberflächen kann der Übertragung der Infektion von einem Menschen auf den anderen auch durch räumliche Trennung entgegengewirkt werden, z. B. indem Laufwege minimiert werden.

 

Projektbeschreibung

Ziel des Projekts MobDi ist es, neue technische Lösungen für die effiziente, gleichzeitig aber auch schonende mobile Desinfektion von Oberflächen sowie für den automatisierten und hygienegerechten Warentransport in Gebäuden und für den ÖPNV zu entwickeln. Das Projekt beschäftigt sich zum einen mit der Entwicklung dafür flexibel einsetzbarer, modularer Reinigungs- und Transportroboter. Zum anderen werden Schlüsseltechnologien im Bereich der Roboterperzeption entwickelt und neue Methoden für die Analyse und – darauf aufbauend – die gezielte Reinigung und Desinfektion von Oberflächen untersucht. Mithilfe umfangreicher Praxisevaluierungen wird der Nutzen der neu entwickelten Technologien validiert.

Neben den Desinfektionsrobotern soll auch ein neuer Transportroboter für den Einsatz in Kliniken und Pflegeeinrichtungen entwickelt werden, der sich durch einen besonders kleinen Footprint und ein sehr manövrierfähiges Fahrwerk auszeichnet. Die im Projekt entwickelten Hardware- und Software-Komponenten werden so modular gestaltet, dass sie auch auf andere Roboter transferiert bzw. als Stand-Alone-Lösungen eingesetzt werden können.

 

Leistungen

Die im Vorhaben konzipierten robotischen Lösungen werden sich in der Praxis nur dann durchsetzen, wenn sie entlang der Bedarfe der Nutzerinnen und Nutzer entwickelt werden und zudem ökonomisch nachhaltig sind. Insofern ist eine frühzeitige Verankerung sozioökonomischer Forschungsfragen elementar für den Erfolg des Vorhabens. Das Fraunhofer IMW verantwortet daher eine systematische Markt- und Anforderungsanalyse.

Außerdem validieren die Ökonominnen und Ökonomen die entwickelten Lösungen mit Endanwendern und führen Wirtschaftlichkeitsanalysen durch. Dabei baut das Forschungsteam auf den Erfahrungen aus einer Reihe an Robotikprojekten auf: Im Projekt »KuKoMo« wurde die Wirtschaftlichkeit kollaborativer Montagesysteme in KMU analysiert. Im Projekt »ASARob«, bei dem der Einsatz von Lotsen-, Kommunikations- und Aktivierungsrobotern in Kliniken und Pflegeeinrichtungen im Fokus stand, wurden die Bedürfnisse potenzieller Anwender sowie durch das Projektvorhaben aufgeworfene ethische, rechtliche und soziale (sogenannte ELSI-) Aspekte erforscht.

 

Projektlaufzeit

1.10.2020 - 30.9.2021

 

Auftraggeber

Fraunhofer-Gesellschaft

 

Projektpartner

Fraunhofer IPA, IOSB, IFAM, IST, FEP, IOF, IWS, IPM, ILT, IVV, Italia

Projektblatt

MobDi – Mobile Desinfektionsroboter für Kliniken, Gebäude und Verkehrsmittel

 

11.2.2021

Presseinformation

Intelligente Roboter zur gezielten Bekämpfung von Viren und Bakterien

 

Fraunhofer-Verbundprojekt »MobDi - Digitale Desinfektion«