Regionale Transformation

Wissenschaftliche Infothek zur Regionalen Transformation

Wie funktioniert Regionale Transformation im Sinne von Strukturwandel: lokal, regional, national und international? Das analysiert die Abteilung Regionale Transformation und Innovationspolitik. Sie analysiert lokale und globale Innovations- und Wissensnetzwerke und unterstützt den Aufbau von Verwertungsstrukturen in Organisationen und Regionen. Durch Evaluationen, Wirkungsmessungen und wissenschaftlichen Begleitungen tragen die Forschenden des Fraunhofer IMW zur Bewältigung regionaler Transformation und dem Design von Förderprogrammen und organisatorischen Interventionen bei.

In dieser wissenschaftlichen Infothek finden Sie gebündelte Informationen, wie Forschung zu einem erfolgreichen Strukturwandel beiträgt.

Wir berichten über wissenschaftliche Modelle, Instrumente und Verfahren für regionale Transformationsprozesse und die daraus resultierende Politikberatung.

Diese Seite wird regelmäßig aktualisiert. Wenn Sie Anmerkungen haben, wenden Sie sich gerne an die Redaktion.

Neues zur Regionalen Transformation

Nachrichten, Veranstaltungen und Informationen zur Regionalen Transformation

Regionaler Strukturwandel global gedacht – Fraunhofer IMW-Studien zu nationalen und internationalen Erfahrungen im Strukturwandel

 

22.6.2021

Innovationsstudie gibt Handlungsempfehlungen

Aktuelle Fraunhofer-Studie

22.6.2021

Innovationsstudie veröffentlicht

Aktuelle Fraunhofer-Studie zur Regionalen Transformation im Rheinischen Revier benennt konkrete Ansätze, um Potenziale zu bündeln, zudem Schöpfergeist in Forschung und Wirtschaft für einen gelingenden Strukturwandel gezielter zu nutzen.

22.6.2021

Innovationsstudie für die Zukunftsagentur Rheinisches Revier

Leuchttürme aufbauen, kooperative Netzwerke stärken sowie alle Akteure im Rheinischen Revier noch besser integrieren und koordinieren: Das sind die drei großen Arbeitsaufträge, welche sich aus der neuen Innovationsstudie für die Zukunftsagentur Rheinisches Revier und alle ihre Partner ergeben.

Autor:innen der Studie

Die Studie »Analyse der Regionalen Innovationspotenziale des Innovationstransfers im Rheinischen Revier« hat der Revierknoten »Innovation und Bildung« im Namen der Zukunftsagentur Rheinisches Revier erstellt. Geleitet von Prof. Dr. Christiane Vaeßen, Geschäftsführerin des Projektpartners Region Aachen Zweckverband. Realisiert durch das Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW in Leipzig, namentlich Dr. Friedrich Dornbusch, Dr. Benjamin Klement, Dr. Julian Kahl und Manuel Molina Vogelsang. Einen Unterauftrag hat das Fraunhofer IMW an den Projektpartner Görgen & Köller GmbH in Hürth vergeben. Beteiligt waren dort Dr. Christoph Köller, Dr. Walter Görgen, Bettina van Nahl und Josef Pinter.

Stimmen zur Studie

Prof. Dr. Christiane Vaeßen, Geschäftsführerin des Projektpartners Region Aachen Zweckverband

Prof. Dr. Christiane Vaeßen: Das Fraunhofer IMW verfügt über eine hervorragende Expertise in der Untersuchung regionaler Innovationssysteme. Das Autorenteam um Dr. Friedrich Dornbusch hat bereits in der Vergangenheit nationale und internationale Regionen untersucht. Außerdem hilft uns ein Blick von außen auf das Rheinische Revier. Denn durch seine andere Perspektive auf unsere Region hat das Fraunhofer IMW eine aussagekräftige Studie erarbeitet.

Analyse der regionalen Innovationspotenziale und des Innovationstransfers im Rheinischen Revier

Auftraggeber: Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH | Ansprechpartner: Prof. Dr. Christiane Vaeßen, ZRR | Ausführungszeitraum: 01.09.2020 – 28.02.2021 | Projektpartner: Görgen & Köller GmbH

Im Auftrag des Revierknoten Innovation und Bildung der Zukunftsagentur Rheinisches Revier untersucht das Fraunhofer IMW die Innovationspotenziale und den Innovationstransfer im Rheinischen Revier. Ziel der Untersuchung ist es, die Region dabei zu unterstützen, ihre Potenziale als leistungsstarke Forschungs- und Wissenschaftsregion auszuschöpfen, um den durch die Beendigung der Braunkohleverstromung bedingten Strukturwandel zu meistern. Dazu wurden in einem ersten Schritt durch Analyse von Publikationsdatenbanken Innovationsfelder identifiziert, in denen im Rheinischen Revier sowohl wissenschaftliche Exzellenz als auch Verwertungspotenzial besteht. Mithilfe von Auswertungen von Patentdaten, Projektdatenbanken, Online-Befragungen sowie Experteninterviews werden zahlreiche Indikatoren für den Wissens- und Technologietransfer in der Region entworfen. Im Verlaufe des Projekts wurden dadurch Handlungsempfehlungen zur Gestaltung des regionalen Innovationssystems erarbeitet, um die Bedingungen für den Übergang von exzellenter Forschung in regionale Wertschöpfung zu verbessern.

Veranstaltung

Dr. Friedrich Dornbusch stellte am 22. Juni 2021 im Rahmen einer Online-Veranstaltung der Innovationsstudie für die Zukunftsagentur Rheinisches Revier die »Analyse der regionalen Innovationspotenziale und des Innovationstransfers im Rheinischen Revier« vor. Sie hatte zum Ziel, wissenschaftlich fundiert und evidenzbasiert regionale Innovationsfelder mit großem Potenzial für regionale Wertschöpfung zu identifizieren, die Stärken und Schwächen im Innovationssystem zu analysieren und Empfehlungen zur zukünftigen Verbesserung abzuleiten.

Glossar Regionale Transformation

In diesem Glossar veröffentlichen wir in loser Reihenfolge wissenschaftlich fundierte Begriffsdefinitionen zur Regionalen Transformation

Regionale Innovationssysteme

Die einsam vor sich hin tüftelnden Daniel Düsentriebs oder Mona Menetekels – in freier Wildbahn sind sie kaum noch anzutreffen. Innovationen entstehen in einem System aus Akteuren[1], Netzwerken und Institutionen, das regional, national oder sektoral gedacht werden kann. Die Forschenden des Fraunhofer IMW, die regionale Transformation in Strukturwandelprozessen unter die Lupe nehmen, fokussieren ihre Analysen von Innovationssystemen auf drei Ebenen: die Wissensbasis der regionalen Akteure, ihre Kooperationen und Beziehungen innerhalb der Region und über die Region hinaus sowie die politischen und gesellschaftlichen Faktoren, die Innovationen begünstigen oder behindern.

Daraus werden Empfehlungen zur Transformation von regionalen Innovationssystems abgeleitet, welche das Entstehen neuer Entwicklungspfade ermöglicht.  

[1] Beinhaltet sowohl handelnde Personen als auch Organisationen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, vom engl. Begriff (actors)

Entwicklungspfade

Die zentrale Frage in regionaler Transformation: Wohin geht die Entwicklung einer Region? Oftmals entwickeln sich regionale Ökonomien entlang von Entwicklungspfaden, die sich durch bestimmte Branchen, Forschungsthemen, Technologien oder Narrative beschreiben lassen. Selbstverstärkende Effekte führen dazu, dass Personen, Unternehmen und Politik einer Region dazu tendieren, diesen Entwicklungspfaden (un-)bewusst zu folgen. So kommt es im besten Falle zur Spezialisierung von Regionen auf bestimmte Branchen, und somit zur Entstehung von lokalen Clustern. Im schlechtesten Fall werden die Erfolge der Vergangenheit zum Hindernis für die Zukunft werden. 

Regionale Pfadentwicklung

Wenn Pfade zu lange Zeit beschritten werden, obwohl sie kein regionales Wachstum mehr bieten - wie z. B. im Ruhrgebiet der Sechziger- und Siebzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts - ist der Bedarf für die Entstehung neuer Entwicklungspfade besonders dringend. Im Rahmen regionaler Pfadentwicklung entwickeln Regionen neue oder ökonomische Schwerpunkte oder transformieren ihre bestehenden Schwerpunkte – im wissenschaftlichen Kontext sprechen wir hierbei von regionaler Diversifikation. Dabei ist von besonderem Interesse, inwiefern diese neuen Aktivitäten mit den in der Region bestehenden Kompetenzen verbunden sind. Dementsprechend wird die regionale Diversifikation in verwandte und unverwandte Diversifikation unterschieden.

Regionale Transformation

Demographischer Wandel, Digitale Transformation, Klimawandel, Energiewende – dies sind nur einige der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, auf die nicht nur Unternehmen und die Politik Antworten finden müssen. Regionen sind gefordert, lokale Antworten und Lösungen auf globale Probleme zu finden und sich entsprechend zu organisieren.
 
  • Wie finden die zahlreichen Regionen, die nicht das Silicon Valley, München, Berlin oder Leipzig sind – ihren Platz in der globalen Wissensökonomie?
  • Für welche Positionen in der globalen Wertschöpfungskette sind ihre Kompetenzen am geeignetsten?
  • Welche neuen Entwicklungspfade können sie am besten entwickeln?
  • Welche Transformationen ihrer regionalen Innovationssysteme sind dafür nötig?

All dies sind Fragen, die im Rahmen von regionaler Transformation von den Forschenden der Abteilung Regionale Transformation und Innovationspolitik im wissenschaftlichen Kontext und im Sinne angewandter Forschung mit den Handelnden in den Regionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu beantworten sind.